
Team Trenkwalder
Internationale Mitarbeitende rechtssicher beschäftigen: Der Praxisleitfaden für Unternehmen

Team Trenkwalder
vor etwa 14 Stunden
•6 min lesen
Diese Chancen bietet sie
Du möchtest zügig Berufserfahrung sammeln, nach einer Pause wieder einsteigen oder verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen? Zeitarbeit - auch bekannt unter Arbeitnehmerüberlassung oder Leiharbeit - kann dafür eine Möglichkeit sein.
Dabei arbeitest du für einen Personaldienstleister und wirst für einen vereinbarten Zeitraum in einem anderen Unternehmen eingesetzt. Ob dieses Modell zu dir passt, hängt von deinen beruflichen Zielen, deiner gewünschten Planungssicherheit und den Bedingungen des konkreten Vertrags ab.
Im Kern handelt es sich um ein Dreiecksverhältnis:
1. Du als Arbeitnehmer:in: Du schließt einen Arbeitsvertrag mit einem Personaldienstleister ab.
2. Der Personaldienstleister: Er ist dein Arbeitgeber, zahlt dein Entgelt und regelt die Sozialversicherung.
3. Das Einsatzunternehmen: Dort erledigst du deine vereinbarten Aufgaben.
Zeitarbeit ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Die Details unterscheiden sich jedoch je nach Land, Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Kollektivvertrag. Prüfe deshalb vor einer Zusage immer die konkreten Bedingungen deines Angebots.
Zeitarbeit kann dir den Zugang zu verschiedenen Aufgaben, Unternehmen und Branchen erleichtern. Diese sechs Punkte helfen dir bei der Einschätzung.
Zugang zu Stellen: Personaldienstleister besetzen häufig Stellen, die kurzfristig frei werden oder besondere Kenntnisse verlangen. Mit einem vollständigen Bewerbungsprofil kannst du für mehrere passende Einsätze berücksichtigt werden.
Falls dein Lebenslauf nicht aktuell ist, hilft es, Berufserfahrung, Fähigkeiten, Verfügbarkeit, gewünschte Arbeitszeit und Einsatzort vorab zu sammeln. Trenkwalder gibt dazu Tipps für Bewerbungen ohne aktuellen Lebenslauf, die auch für die Vorbereitung nützlich sein können.
Das kann besonders hilfreich sein, wenn du nach Ausbildung, Studium, Elternzeit, Krankheit oder einer beruflichen Neuorientierung wieder arbeiten möchtest. Dennoch ersetzt Zeitarbeit keine sorgfältige Prüfung: Kläre vorab Aufgaben, Einsatzort, Arbeitszeit und voraussichtliche Dauer des Einsatzes.
Praktischer Nutzen: Du kannst unterschiedliche Stellen kennenlernen, ohne für jede Position einen komplett neuen Bewerbungsprozess zu beginnen.
Vertrag prüfen: Dein Arbeitsvertrag besteht mit dem Personaldienstleister, nicht mit dem Einsatzunternehmen. Daraus ergeben sich unter anderem Regelungen zu Entgelt, Urlaub, Arbeitszeit, Krankheit und Kündigung. In Deutschland gelten für Arbeitnehmerüberlassung unter anderem das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und, je nach Arbeitgeber, Tarifverträge der Branche.
Die Höhe deines Entgelts und mögliche Zuschläge hängen vom Vertrag, der Tätigkeit, dem Einsatz und den jeweils geltenden tariflichen oder kollektivvertraglichen Regeln ab.
Praktischer Nutzen: Du weißt, wer deine Ansprechperson bei Fragen zu Lohnabrechnung, Urlaub oder Sozialversicherung ist.
Einsätze bewusst auswählen: Zeitarbeit kann Einsätze in Bereichen wie IT, Produktion, Logistik, Administration, Gesundheitswesen, Handwerk, Chemie oder Remote ermöglichen. Welche Möglichkeiten es gibt, hängt von deiner Qualifikation, der Region und dem aktuellen Stellenangebot ab.
Wenn du noch herausfinden möchtest, welche Aufgaben zu dir passen, können unterschiedliche Einsätze Orientierung geben. Halte dabei fest, welche Tätigkeiten dir liegen, welche Kenntnisse du ausbaust und unter welchen Arbeitsbedingungen du gut arbeiten kannst.
Praktischer Nutzen: Du kannst konkrete Erfahrungen im Lebenslauf belegen und deine beruflichen Ziele genauer formulieren.
Zusammenarbeit kennenlernen: Während eines Einsatzes lernen du und das Einsatzunternehmen einander im Arbeitsalltag kennen. Manche Unternehmen übernehmen Mitarbeitende später in ein direktes Arbeitsverhältnis.
Eine Übernahme ist jedoch keine automatische Folge eines Einsatzes und sollte nicht vorausgesetzt werden. Sprich offen mit deiner Ansprechperson, wenn du an einer direkten Festanstellung interessiert bist.
Praktischer Nutzen: Du kannst zeigen, wie du arbeitest, mit dem Team zusammenarbeitest und welche Aufgaben du übernehmen kannst.
Entwicklung ansprechen: Frag bereits vor dem Einsatz, welche Qualifikationen für die Stelle wichtig sind und ob es Weiterbildungsangebote gibt. Das können beispielsweise Sicherheitsunterweisungen, Sprachkurse, technische Schulungen oder Nachweise wie ein Staplerschein sein.
Förderungen und Weiterbildungen hängen vom Arbeitgeber, Tarifvertrag, Arbeitsvertrag sowie gegebenenfalls von öffentlichen Förderstellen ab.
Praktischer Nutzen: Eine passende Qualifikation kann deine Einsatzmöglichkeiten erweitern und den Wechsel in ein neues Berufsfeld unterstützen.
Rahmen realistisch planen: Unterschiedliche Einsätze können zu deiner Lebenssituation passen, etwa bei einem geplanten Berufswechsel oder wenn du zunächst Erfahrungen in einem neuen Bereich sammeln möchtest. Gleichzeitig solltest du prüfen, ob Arbeitszeiten, Fahrtwege und Einsatzdauer zu deinem Alltag passen.
Bei jedem Einsatz arbeitest du mit neuen Kolleg:innen und Ansprechpersonen zusammen. Gute Kontakte können später hilfreich sein, etwa wenn du eine Referenz brauchst oder von einer offenen Stelle erfährst.
Praktischer Nutzen: Du gewinnst Einblicke in verschiedene Arbeitsweisen und kannst dein berufliches Netzwerk erweitern.
Ob Zeitarbeit oder eine direkte Festanstellung besser passt, hängt von deinen Zielen ab. Eine direkte Bewerbung kann sinnvoll sein, wenn du langfristig in einem bestimmten Unternehmen arbeiten möchtest. Zeitarbeit kann passen, wenn du Erfahrungen sammeln oder verschiedene Arbeitsfelder kennenlernen willst.
Tipp: Vergleiche nicht nur das Gehalt. Schau auch auf Arbeitszeit, Fahrtweg, Vertragsdauer, Zuschläge, Urlaub, Weiterbildung und die Aufgaben im Alltag.
Ein seriöser Personaldienstleister beantwortet deine Fragen verständlich und gibt dir die Vertragsunterlagen rechtzeitig. Diese Punkte kannst du prüfen:
Vertrag und Bedingungen: Lies den Arbeitsvertrag vor der Unterschrift vollständig. Kläre Entgelt, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigungsfristen, Einsatzort und mögliche Zuschläge.
Rechtliche Grundlage: Frage, welche tariflichen oder kollektivvertraglichen Regelungen für dein Arbeitsverhältnis gelten. In Deutschland kann das ein Tarifvertrag sein.
Ansprechperson: Kläre, wen du bei Fragen zum Einsatz, zu Arbeitszeiten oder zur Abrechnung kontaktierst.
Einsatzinformationen: Lass dir Aufgaben, Anforderungen, Arbeitskleidung, Sicherheitsvorgaben und den Starttermin vor dem Einsatz erklären.
Qualifizierung: Frage nach Schulungen oder Weiterbildung, wenn dir für eine Stelle noch Kenntnisse oder Nachweise fehlen.
Bereite dich auch auf ein erstes Gespräch vor, indem du deine Erfahrungen mit konkreten Beispielen beschreibst und Fragen zu Aufgaben, Arbeitszeit und Einsatzort notierst. Eine vollständige Übersicht deiner Erfahrungen, Fähigkeiten und Verfügbarkeit hilft dir dabei, deine Selbstvorstellung klar vorzubereiten. Dazu findest du bei Trenkwalder Hinweise für die Bewerbung, die für Gespräche als Orientierung dienen können.
Zeitarbeit kann dir helfen, schneller Berufserfahrung zu sammeln, neue Tätigkeiten kennenzulernen und Kontakte zu Unternehmen aufzubauen. Dein Arbeitsvertrag, die Vergütung und die geltenden Regeln unterscheiden sich jedoch je nach Land, Einsatz und Vereinbarung.
Wenn du über Zeitarbeit nachdenkst, prüfe zuerst den Vertrag und die Bedingungen des konkreten Einsatzes. Notiere dir offene Fragen zu Aufgaben, Arbeitszeit, Entgelt und Entwicklungsmöglichkeiten, bevor du dich entscheidest.
Wenn du nach einer passenden Stelle suchst, kann Trenkwalder dich mit Jobempfehlungen und einem Job-Alarm unterstützen. Entdecke die aktuellen Jobangebote und prüfe, welche Möglichkeiten zu deinen Erfahrungen und Wünschen passen.
Anmelden und mehr Beiträge zum Thema “Bewerbungstipps, Karrieretipps” erhalten
Diese Website ist durch reCAPTCHA Enterprise geschützt.

Team Trenkwalder
Internationale Mitarbeitende rechtssicher beschäftigen: Der Praxisleitfaden für Unternehmen

